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Dog a Doo

Welche Futtermittelzusätze können bei der Fütterung von Dosen- oder Trockenfutter sinnvoll sein?

Auch hier kann man seinem Hund mit natürlichen Nahrungszusätzen etwas Gutes tun, da in vielen sog. Alleinfuttermitteln wertvolle Nahrungsbestandteile fehlen. In erster Linie wären hier pflanzliche Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu nennen sowie das an den hoherkettigen omega-3-Fettsäuren (vor allem EPA und DHA) reiche Fisch-Nachtkerzenöl. Dieser Zusatz beugt Schuppenbildung und entzündlichen Hautveränderungen vor und sorgt für ein glänzendes Fell. Ein Effekt, den Sie auch wirklich sehen können! Bei der Zufütterung mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist allerdings zu beachten, dass gleichzeitig dem erhöhten Bedarf an natürlichem Vitamin E Rechnung getragen wird.

 

Ebenso ist Vitamin K in Fertigfutter nicht immer vorhanden. Ein Grund dafür mag sein, dass der tatsächliche Bedarf nicht sicher bekannt ist und man vermutet, dass im Darm eine ausreichende Menge von den Darmbakterien gebildet wird. Zunehmend wird jedoch auch diese Tatsache bezweifelt, da Vitamin K als fettlösliches Vitamin nur in Verbindung mit Gallensäuren resorbiert werden kann - und diese erreichen bei der Verdauung nur den Dünndarm und nicht den Dickdarm, in dem die bakterielle Produktion stattfindet. Dies ist auch ein Grund, warum der Kot recht reich an Vitamin K ist.

Vitamin K ist zwar in vielen, vor allem grünen Gemüsen und auch in Leber vorhanden, allerdings ist die Verbindung so instabil, dass sie sehr schnell durch Licht und Kälte zersetzt wird. In der Futtermittelindustrie wird daher auch oft das stabilere, synthetisch hergestellte Vitamin K3 verwendet. Dieses wird aber ganz anders im Organismus verteilt als das natürliche Vitamin und kann daher auch andere Wirkungen entfalten. Nicht umsonst ist Vitamin K3 in der Humanmedizin verboten! Wir empfehlen daher, Futter mit dem natürlichen, pflanzlichen Vitamin K1 zu ergänzen. Wichtig ist hierbei, dass das Vitamin mit fetthaltigen Nahrungsbestandteilen verabreicht wird, da es sonst vom Organismus nicht aufgenommen werden kann.

Die Anreicherung von Fertigfutter mit Gemüse, Obst und Algen ist natürlich bei der Verwendung von Feuchtfutter leichter möglich als bei Trockenfutter. Je nach der Zusammensetzung des verwendeten Futters kann eine Anreicherung Sinn machen. Wichtig ist auch hier: Viel hilft nicht unbedingt viel!

Warum kann ein als komplett bzw. bilanziert bezeichnetes Alleinfuttermittel doch nicht ausreichend für eine artgerechte Ernährung sein?

Sicherlich gibt es bei den verschiedenen Sorten sehr große Qualitätsunterschiede – und die Hersteller bemühen sich mehr oder weniger um artgerechte Ernährung. Allen gemein ist jedoch, dass es sich um stark prozessierte Nahrung handelt, die nur die wichtigsten Bestandteile in einem Mengenverhältnis enthält, von dem man glaubt, dass der Hund sie so braucht. Als Beispiel mögen hier die unterschiedlichen Meinungen zum Kohlenhydrat- bzw. Getreidebedarf angeführt werden, die von wichtig über unnötig bis sogar schädlich lauten. Weiterhin weiß man wenig über den Gehalt von Mikronährstoffen und deren Verfügbarkeit für den hundlichen Organismus in dieser stark verarbeiteten Nahrung. Wir plädieren daher für eine nach besten Wissen und Gewissen aus gesunden und möglichst naturbelassenen Bestandteilen zusammengestellte Nahrung für unsere Hunde nach dem BARF-Prinzip. Gesunder Menschverstand und sorgfältige Beobachtung der körperlichen Verfassung und das Verhalten des Hundes lassen erkennen, was unserem Hund gut tut und was nicht.

Können Nahrungszusätze zu Alleinfuttermitteln schädlich sein?

Einige Nährstoffe können bei einem Überangebot in der Nahrung schädlich sein. Dies betrifft die fettlöslichen Vitamine A und D sowie das Jod. Zu Futtermitteln, die bereits mit den Vitaminen A und D angereichert sind, sollte daher z.B. kein Lebertran oder andere Mittel, die ebenfalls reich an diesen Vitaminen sind, gemischt werden. Das in der BARF-Diät als Jodquelle vorgesehene Seealgenmehl sollte nicht zusätzlich zu jodhaltigen Fertigfutter verabreicht werden.

Anmerkung: Einige Forschungsarbeiten deuten darauf hin, dass Hunde und andere Carnivoren, nicht aber Katzen, in der Lage sind, überschüssiges Vitamin A auszuscheiden. Inwieweit dies vor Überdosierungen schützt, ist jedoch noch nicht bekannt (s.a. www.gkf-bonn.de).

Autorin: Isolde Altersberger, Apothekerin für Klinische Pharmazie, München. Verfasserin des Heilpflanzen-Katalogs. (Stand: Juli 2008)