Anzeige

Dog a Doo

Barfen oder Brocken?

Gastbeitrag von Claudia Fuhrmann:

Es gibt immer wieder leidige "Glaubenskriege" über die richtige Art der Hundeernährung, die oftmals von der Hundefutterindustrie geschürt werden und sehr einseitige Argumente aufzeigen, warum gerade dieses Fertigfutter der Firma XY das einzig Richtige für Ihren Hund sein soll. Gerne werden dann wissenschaftliche Studien zitiert, um den Verbraucher zu überzeugen. Sind wissenschaftliche Studien nicht letztendlich Tierversuche?  Braucht man diese, um zu wissen, wie man Hunde füttern sollte?

Der genetische Unterschied zwischen Wolf und Hund, egal ob Chihuahua oder Deutsche Dogge beträgt 0,2 %. Die inneren Organe sind nach wie vor absolut identisch. Warum suggeriert uns die Industrie dann, dass rohe Kost für den Fleischfresser Hund gefährlich sein soll? Warum werden Zootiere, wie Löwe, Schakal und Hyäne nicht auch mit gepresster Fertigkost ernährt? Wenn man sich für die Rohfütterung entscheidet, füttert man nicht nach Billinghorst oder Lonsdale, sondern nur nach Mutter Natur. Daher ist der Schöpfer dieser Fütterung alleine die Evolution. Sollte diese sich geirrt haben? Was ist nun richtig?


Recht hat der vitale Hund, den ich am glänzenden, nicht haarenden Fell sowie am regelmäßigen, keinesfalls übermäßigen, stets festen Stuhlgang erkenne. Da Hunde Individuen sind, kann ich dies sowohl mit Rohfütterung als auch mit Gabe von qualitativ hochwertiger Fertigkost erreichen. Es gibt geeignete Fertigfutter, mit denen man Freund Hund ernähren kann, man sollte nur auf die Inhaltstoffe achten und übermäßiges Getreide sowie Nebenprodukte jeglicher Art vermeiden. BARF ist keine Religion, sondern lediglich eine Art der Hundefütterung, die weder unappetitlich, noch kostspielig ist. Viele Hunde können ausgewogen und gesund mit Fertigfutter ernährt werden, jedoch nehmen die Unverträglichkeiten bei Hund und Katze immer mehr zu. Man kann über die Ursachen streiten. Sicher ist, dass diese ernährungssensiblen Tiere besser mit wenigen rohen Zutaten ernährt werden können, um Unverträglichkeiten auszuschließen. Somit kann man teure und belastende Medikation durch den Tierarzt im Sinne der Tiergesundheit vermeiden.

Jeder Hundehalter sollte eigenständig entscheiden dürfen, wie er sein Tier ernähren möchte. Man sollte aufhören weiterhin das Salmonellen-Märchen als permanente Gesundheitsgefahr bei der Rohfleischfütterung zu verbreiten, da die Infektionsgefahr durch Tiefkühlung unterbunden wird und Raubtier Hund durch seine Magensäure und eigens dafür ausgerichteten Verdauungstrakt damit zurecht kommt.

Wo sind die ganzen infizierten Hausfrauen, die täglich mit rohem Braten von Rind und Schwein sowie frischen Hühnern hantieren, die leckere selbstgemachte Frikadellen servieren und bei der Herstellung viel engeren Kontakt mit dem rohen Fleisch haben, als Barfer das je zulassen würden?

Wo sind die kranken Menschen, die nach dem Verzehr von Tartar, Carpaccio oder Sushi ihre Gesundheit lassen?

Wo sind die verendeten Jagdhunde, die traditionsgemäß die blutwarmen Innereien der erlegten Wildtiere, die nicht vorher veterinärmedizinisch untersucht werden, verspeisen?

Es ist an der Zeit mit ein wenig Toleranz und Weitsicht das Thema Hundefütterung anzugehen. Jeder Hund sollte so ernährt werden dürfen, dass er gesund und munter ist, sei es roh oder trocken und gekocht, sei es mit Tischresten und Schlachtabfällen, wie es unsere Großväter, die Schäfer, Bauern und Landwirte jahrhundertelang mit Erfolg gemacht hatten.

Die jahrelange Domestizierung hat dem Hund weder die Reißzähne ausfallen lassen, noch ist ihm ein Pansen gewachsen.

Die Gesundheit Ihres Hundes sollte entscheiden, welche Art der Fütterung die Richtige ist und nicht die Propaganda und das ästhetische Empfinden diverser Fachleute.

Bleiben Sie neugierig und hinterfragen Sie! Die Antworten gibt Ihnen Freund Hund oftmals von ganz alleine.

Guten Appetit wünscht Claudia Fuhrmann
Gastbeitrag: Bullys-Futterwelt